Unsere Vision: Starke nepalesische Frauen und Mädchen, die aus eigener Kraft das Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt fordern, fördern und erreichen. Und eine aufgeklärte westliche Zivilgesellschaft, die uns auf diesem Weg begleitet.

Unterkunft

Während der Zeit von Chhaupadi und bei häuslicher Gewalt bieten wir Mädchen und Frauen in Simikot, Humla, einen warmen und sicheren Schlafplatz in unserem Frauenhaus. Dieses ist der erste und derzeit einzige sichere Ort für von Gewalt betroffene Frauen in ganz Humla (50.000 EinwohnerInnen).

Bewohnerinnen sind durch ihren Aufenthalt vor körperlichen, sexuellen und psychischen Übergriffen männlicher Familienmitglieder sowie vor den Gefahren von Chhaupadi geschützt und erfahren durch die familiäre, stärkende und liebevolle Atmosphäre gegenseitigen Austausch und Unterstützung.

Die Unterkunft bietet den Rahmen für eine Reihe an kompetenzerwerbenden Aktivitäten, die Frauen und Mädchen so weit stärken, dass sie in der Lage sind, in einem gemeinschaftlichen Prozess ihre Stimme gegen körperliche, psychische und sexuelle Gewalt zu erheben.

Frauengruppen & Vocational trainings

Unsere Frauengruppen sind Raum der Stärkung und fokussieren auf individuelles und kollektives Empowerment sowie auf die Vermittlung von praxisnahem ökonomischem, sozial-rechtlichem und gesundheitlichem Wissen. Sie beinhalten ebenso Trainings zur alternativen Einkommensgenerierung wie Schneidern, der Produktion von Schmuck sowie der Herstellung traditionellen Geschirrs, sowie teamstärkende Maßnahmen, Diskussions- und Gesprächsrunden, Präventionsarbeit sowie Forumtheater, Workshops und Vorträge.

Hergestellte Produkte können von den Frauen in unserem Communityshop verkauft werden.

Frauen und Mädchen werden Hand in Hand ExpertInnen ihrer eigenen Lebenswelt, friedliche Kämpferinnen, die ihre Interessen vertreten, durchsetzen und Veränderung möglich machen.

Das Wissen über eigene Rechte, die Vernetzung der weiblichen Community, die Stärkung jeder einzelnen Frau ebnen den Boden für die Beendigung aller Formen von Gewalt.

Frauenradio

Wöchentlich wird von unseren Bewohnerinnen ein Frauenprogramm im örtlichen Radiosender entwickelt und umgesetzt um das in den Frauengruppen erarbeitete Wissen an die Öffentlichkeit zu tragen.

Mädchen und Frauen erarbeiten unter Anleitung des Radioredakteurs sowie der Sozialarbeiterin eigene Reportagen, Dokumentationen, Interviews und Musik- und Comedyprogramme.

Die örtliche Gesellschaft wird schrittweise für frauenspezifische Themen sensibilisiert und erlebt Frauen erstmals als selbstbestimmte, untereinander vernetzte, wissende und selbstbewusste Personengruppe.

Landwirtschaftstraining

In unseren landwirtschaftlichen Trainings erlernen Bewohnerinnen, deren Familien meist über nur wenig Land verfügen, den Boden effizient sowohl auf horizontaler- als auch auf vertikaler Ebene zu bewirtschaften.

Für den Bau der vertikalen Felder fungieren recycelte Reissäcke und gebrauchte Holzpaletten. Mit den Techniken des Greenhousefarmings lernen Frauen mittels recycelter Plastikplanen ihre Felder auch in den Wintermonaten zu bewirtschaften.

Ebenso erlernen Frauen Methoden zur Konservierung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln. In unserem lokalen Communityshop bieten unsere Teilnehmerinnen die Ware zum Verkauf an, um zusätzliches Einkommen zu erlangen.

Es wird Mangel- wie Unterernährung reduziert und ein gegenseitiger Austausch und Handel initiiert. Dies führt zu einer verstärkten Unabhängigkeit zu importierten Produkten, somit zu einer verbesserten ökonomischen Situation der Haushalte, zu wachsendem Selbstvertrauen der Frauen und Mädchen und zu einem Abbau struktureller Gewalt.

Gemeinschaftsarbeit

Sämtliche Aktivitäten geschehen unter stetiger Einbeziehung der Gemeinschaften der Frauen, Opinionleader und Schamanen.

Ebenso bieten wir Beratungsleistungen sowie Selbsthilfegruppen für Männer an. Thematische Schwerpunkte sind hier Alkohol- und Spielsucht, Frustrationsbewältigung sowie die Vermittlung von ökonomischem und sozialrechtlichem Basiswissen.

Die gesamte Community ist in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Projektes in Form partizipativer Konzepterstellungen mit einbezogen und ist ebenso für Überwachung des Projektes zuständig.  Dies führt zu einer verstärkten Akzeptanz unseres Projektes und der von uns erstrebten Veränderung. Nur wenn die Gemeinschaften der Frauen die Vorteile der Fortschritts erkennen und aktiv an sämtlichen Planungsschritten beteiligt sind, können wir nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen erzielen.

Aufklärung der westlichen Zivilgesellschaft

Durch eindrucksvolle Fotoaufnahmen und durch von Betroffenen selbst gestalteten Kurzfilmen, vereinen wir Kunst mit sozialem Engagement.

Unsere FotografInnen dokumentieren mit bewegender Fotografie soziale Phänomene inmitten des Himalayas, um auf diesem Wege die westliche Zivilgesellschaft über geschlechtsspezifische Problemlagen vor Ort zu informieren.

Unsere Fotoausstellungen geben tiefen Einblick in die Lebenswelt von Frauen und Mädchen der entlegenen Regionen Westnepals und ebnen den Boden für transkulturelle Aufklärung und Wissensvermittlung sowie grenzüberschreitendes Interesse, Verständnis und Verantwortungsgefühl.